Idiotentest: warum die MPU so heißt
Wer „Idiotentest“ googelt, meint die MPU – und viele schämen sich dabei. Dabei sagt der Begriff nichts über den Menschen aus, der dort sitzt. Hier steht, woher der Spitzname kommt, was wirklich gefragt wird und wie Sie sich darauf vorbereiten.
Woher der Spitzname kommt
Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung gibt es seit den fünfziger Jahren. Weil sie prüft, ob jemand aus einem Fehler gelernt hat, hat die Presse schnell „Idiotentest“ daraus gemacht. Der Name ist geblieben, die offizielle Bezeichnung ist eine andere: Die Fahrerlaubnisbehörde ordnet eine medizinisch-psychologische Untersuchung an, wenn Zweifel an der Fahreignung bestehen. „Idiotentest“ steht in keinem Gesetz und in keinem Gutachten.
Bin ich deshalb ein Idiot?
Nein. Wer zur MPU muss, hat meist eine Trunkenheitsfahrt, zu viele Punkte oder eine Straftat im Straßenverkehr – also einen Fehler. Ein Fehler ist keine Charaktereigenschaft, und er ist auch keine Diagnose. Der unbequeme Teil ist nicht die Untersuchung, sondern die Auseinandersetzung damit. Wer sich hinsetzt und das durcharbeitet, tut genau das Gegenteil von dumm.
Was beim „Idiotentest“ wirklich gefragt wird
Im Gespräch geht es nicht um Wissen und nicht um ein Quiz. Gefragt wird nach Ihrer Geschichte – und ob sie in sich stimmig ist. Diese sechs Fragen kommen immer wieder:
- Beschreiben Sie den Abend in Mengen und Zeitabständen.
- Warum sind Sie gefahren, obwohl Sie getrunken hatten?
- Was war der Auslöser – und was hätte ihn ersetzt?
- Was haben Sie seit der Tat konkret verändert?
- Wer hilft Ihnen, wenn der Druck zurückkommt?
- Was würden Sie in derselben Situation heute tun?
Der Unterschied zwischen „bestanden“ und „nicht bestanden“ ist selten die Intelligenz. Es ist die Vorbereitung: Zahlen parat haben, den Abend rekonstruieren können, erklären können, was sich seitdem geändert hat – und nicht ins Stocken kommen, wenn nachgehakt wird.
Wie Sie sich vorbereiten
Ein Kurs ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Was zählt, ist, dass Ihre Schilderung tragfähig ist. Dafür gibt es den Fragenkatalog mit Musterantworten und Arbeitsblättern, zugeschnitten auf Ihr Delikt: Alkohol, Drogen, Punkte oder Straftat. Was das kostet, steht unter Kosten, wie die Untersuchung abläuft unter MPU bestehen.
Häufige Fragen
Ist der Idiotentest dasselbe wie die MPU?
Ja. „Idiotentest“ ist nur der umgangssprachliche Name für die Medizinisch- Psychologische Untersuchung. Gemeint ist dieselbe Untersuchung bei derselben Begutachtungsstelle.
Kann mir jemand garantieren, dass ich bestehe?
Nein. Die Bewertung liegt bei der Begutachtungsstelle, nicht beim Anbieter einer Vorbereitung. Wer Ihnen den Ausgang garantiert, verkauft Ihnen etwas, das er nicht liefern kann. Was eine gute Vorbereitung leistet: dass Sie die Fragen kennen und Ihre Geschichte stimmig erzählen können.
Brauche ich einen Kurs dafür?
Nein. Vorgeschrieben ist keine Vorbereitung – weder ein Kurs noch eine Unterlage. Ein Kurs kostet häufig zwischen 400 und 900 Euro und bindet Termine. Wenn Sie abends, am Wochenende oder mit Schichtarbeit lernen müssen, ist eine Unterlage zum Durcharbeiten oft der realistischere Weg.
Wie lange dauert die Vorbereitung?
Das hängt von Ihrem Fall ab. Die Unterlage kommt innerhalb von 3 Werktagen per E-Mail, das Durcharbeiten dauert je nach Vorgeschichte einige Abende. Wer wenig Zeit hat, sollte nicht erst drei Tage vor dem Termin anfangen.