MPU-Fragen: was im Gespräch wirklich gefragt wird
Die MPU ist keine Wissensprüfung. Gefragt wird nach Ihrer Geschichte – und ob sie in sich stimmig ist. Hier stehen die Fragen, die tatsächlich kommen, getrennt nach Delikt, und was eine gute Antwort ausmacht.
Die sechs Kernfragen
Diese Fragen kommen in fast jedem Gespräch – unabhängig vom Delikt. Sie zielen nicht auf Wissen, sondern auf Nachvollziehbarkeit:
- Beschreiben Sie den Abend in Mengen und Zeitabständen.
- Warum sind Sie gefahren, obwohl Sie getrunken hatten?
- Was war der Auslöser – und was hätte ihn ersetzt?
- Was haben Sie seit der Tat konkret verändert?
- Wer hilft Ihnen, wenn der Druck zurückkommt?
- Was würden Sie in derselben Situation heute tun?
Fragen nach Delikt
Je nach Anlass kommen eigene Fragen dazu. Die Schwerpunkte unterscheiden sich deutlich:
- Alkohol (§ 13 FeV): Trinkmenge, Zeitablauf, errechnete BAK, Trinkmuster, Abstinenz. → Fragen zu Alkohol
- Drogen (§§ 13a, 14 FeV): Konsummuster, Nachweise, Abgrenzung von einmaligem Konsum. → Fragen zu Drogen
- Punkte (§ 4 StVG): Fahrverhalten, Regeln, was sich im Alltag ändert. → Fragen zu Punkten
- Straftat (§ 11 Abs. 3 FeV): Anlass, Bewältigung, Rückfallrisiko. → Fragen zu Straftaten
Was eine gute Antwort ausmacht
Konkret statt allgemein. „Ich trinke kaum noch“ ist keine Antwort. „Seit dem 12. März trinke ich keinen Alkohol, das habe ich mit zwei Freunden abgesprochen“ ist eine.
In Ich-Form und in Ihrer Sprache. Auswendig gelernte Sätze fallen auf, sobald nachgehakt wird. Es geht darum, dass Ihre Schilderung zu Ihrem Leben passt.
Zahlen parat haben. Mengen, Zeitfenster, Werte. Wer die eigenen Zahlen nicht kennt, wirkt unglaubwürdig – auch wenn die Geschichte stimmt.
Wenn Sie das strukturiert durcharbeiten wollen: Fragenkatalog mit Musterantworten und Arbeitsblättern – zugeschnitten auf Ihr Delikt, als PDF.
Häufige Fragen
Wie viele Fragen werden gestellt?
Das ist nicht festgelegt. Das Gespräch dauert meist 30 bis 60 Minuten, und die Gutachterin oder der Gutachter hakt dort nach, wo etwas unklar bleibt. Deshalb ist Vorbereitung kein Auswendiglernen, sondern Klarheit über den eigenen Fall.
Muss ich die Antworten auswendig lernen?
Nein. Auswendig gelernte Antworten brechen bei der ersten Rückfrage. Hilfreich ist, die eigenen Zahlen, den Ablauf und die Veränderungen so zu kennen, dass Sie frei erzählen können.
Was, wenn ich eine Frage nicht beantworten kann?
Dann sagen Sie das. Nachdenken und ehrlich antworten wirkt besser als eine erfundene Zahl. Erfundene Details fallen auf, weil sie nicht zu Ihrer Vorgeschichte passen.